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Erich Fried (1921-1988)

Aber

Zuerst habe ich mich verliebt
in den Glanz deiner Augen
in dein Lachen
in deine Lebensfreude

Jetzt liebe ich auch dein Weinen
und deine Lebensangst
und die Hilflosigkeit
in deinen Augen

Aber gegen die Angst
will ich dir helfen
denn meine Lebensfreude
ist noch immer der Glanz deiner Augen

09:30 - 26/04/2007 - comments {0}

Halten..

Halten
das heißt
Nicht weiter - nicht näher - nicht einen Schritt
oder heißt Schritthalten
ein Versprechen - mein Wort
oder Rückschau

Halten
dich
mich zurück - den Atem an - mich an dich
dich fest
aber nicht
dir etwas vorenthalten

Halten
dich in den Armen
in Gedanken - im Traum - im Wachen
Dich hochhalten
gegen das Dunkel
des Abends - der Zeit - der Angst

Halten
dein Haar mit zwei Fingern
deine Schultern - dein Knie - deinen Fuß
Sonst nichts mehr halten
keinen Trumpf - keine Reden
keinen Stecken und Stab und keine Münze im Mund

Quelle: Erich Fried "Liebesgedichte", Berlin 1995

09:04 - 26/04/2007 - comments {0}

Die Infektion

Die Infektion


Lautlos schleicht sich der Erreger
in den ahnungslosen Leib
findet immer Überträger
greift sich reulos Mann und Weib.

Frische Luft und bittre Pillen
schützen nicht vor seiner Kraft
jeder beugt sich seinem Willen
viele hat er hingerafft.

Setzt sich fest in dem Gewebe
reist dann huckepack im Blut
hält die Abwehr in der Schwebe
und beginnt mit seiner Brut.

Er vermehrt sich ungeschlagen
okkupiert des Wirtes Hirn
packt sich Nieren, Herz und Magen
spinnt dort listig seinen Zwirn.

Zu Beginn des Krankheitsbildes
löst sich des Erregers Hauch
und das Opfer spürt ein mildes
Kribbeln tief in seinem Bauch.

Dann verstärkt sich die Empfindung
Farben werden intensiv
Klarheit kostet Überwindung
alles Ebene wird schief.

Blätter dröhnen in den Bäumen
Blumen duften wie verrückt
man vermag am Tag zu träumen
bis die Seele seltsam drückt.

Ruhelos erscheint das Leben
und der Pulsschlag donnert hart
jeder Atemzug ein Beben
mancher Lidschlag wirkt erstarrt.

In der Nacht wälzt man die Kissen
sucht vergeblich nach dem Grund
Appetit muss man vermissen
Wohlbefinden wird zum Schwund.

Schließlich sich die Antwort sachte
mitten ins Bewusstsein schiebt
keine Seuche sich entfachte -
man ist einfach nur verliebt!


hmm.. ich weiß nicht aber irgendwie find ich das Gedicht wunderschön..

08:44 - 26/04/2007 - comments {0}

Der kleine Käfer

Der  kleine  Käfer


Es war einmal ein Käfer
mit Stöckchen und mit Hut
er reiste durch die Wälder
und fand das Leben gut.

Mit unbeschwerter Seele
genoss er jeden Tag
und dachte gar nicht weiter
an das, was kommen mag.

So flog er über Wiesen
und schlief im grünen Klee
auch planschte er bisweilen
im sommerwarmen See.

Er träumte von den Wolken
der Sonne und dem Mond
und manchmal von der Liebe
die kein Geschöpf verschont.

Doch schließlich schied der Sommer
und Herbst zog in das Land
vorüber ging das Träumen
ein jedes Grün entschwand.

Dann starb der kleine Käfer
ganz still muss er vergehn
und nur noch Hut und Stöckchen
sind nächstes Jahr zu sehn.

Der Käfer war zufrieden
mit sich und der Natur
stets fröhlichen Gemütes
nun schwindet seine Spur.

Ein kurzes Käferleben
ist so geschwind verbraucht
kaum hat man es bekommen
schon ist es ausgehaucht.

Bist Du mal wieder traurig
allein und ohne Mut
dann denke an den Käfer
mit Stöckchen und mit Hut.

08:20 - 26/04/2007 - comments {0}

...

 

 

 

 Wie ich diese Mannerschnitten hasse!

Diese getrennte Struktur. Weiß- Schwarz. Die Waffel und die Haselnusscreme. Außen weiß und innen braun. Damit es jedoch keine Masse gibt, die eventuell aus der Schnitte fallen könnte halten die Waffeln sie durch Schichten ihres Gleichens auseinander. Sie passen auf, und verhindern Aufstände. Rebellen werden Repressalien ausgesetzt.
So fügt sich die Creme ein in die Schnitte. Passt sich an und hofft nicht zu stören. Bereitet keinen größeren Ärger. Bloß wenn sie sich in Gefahr fühlt. Dann. Ja dann wehrt sie sich und pickt. Ein Reflex. Die Konsumenten ärgern sich nur all zu oft darüber. Doch denkt jemals Jemand daran sie statt zu schimpfen und zu bestrafen, einfach nur besser zu behandeln? Sie nicht der tödlichen Hitze auszusetzen? Ihnen zu helfen? Nein. Der Waffel hingegen kann man nichts Recht machen. Sie bröselt oder gatscht immer. Nur wahre Meister ihres Faches, können die Weißen zähmen.
Aber nun ja. Sie ist oben, sie sind mehr. Das ist nun mal so. Die Waffel hat nur um knapp die Mehrheit. 5 zu 4, und doch haben sie das Kommando. Das Weiße presst die Haselnusscreme zusammen. Unterdrückt sie- und sie wehren sich nicht.

Das war schon immer so und wird sich vermutlich auch nicht so schnell ändern.

Doch sein wir froh. Sein wir froh darüber, dass es noch keinen Aufstand gab. Wie würde das enden? Mannerschnitten ohne Haselnusscreme? Isst das wer?
Irgendwie gehört das doch so. Die Weißen sind oben. Wieso ändern? Nur gemeinsam ist die Schnitte gut. Nur gemeinsam wird sie gegessen. Keiner kann sich eine Mannerschnitte vorstellen ohne Füllung oder ohne Waffel.
Soweit muss es aber auch gar nicht kommen. Nein. Wie wäre es mit einer Mischung? Haselnusscreme und Schnitte in einem Bonbon zusammengefasst. hmmmm köstlich, nicht war? Damit hätten wohl auch die Vertreter der Haselnusscremegewerkschaft ihre Freude. Gleiche Bedingungen für jeden. Anfangs lebten sie noch jeder für sich, Creme und Waffel, doch die wahre Köstlichkeit entfaltet sich erst wenn sie vereint sind, zu einem .........
Hm? Nun ja was eigentlich?
Auf den Namen müssten sie sich vielleicht noch einigen. Aber das ist nur das Äußere und somit egal ob
Mannerschnittengatschbonbon, Waffelcremegemisch oder Haselnusscremewaffelzeug.


Mag nun jemand einen tieferen Sinn darin sehen- soll er, denn der Ansatz dazu ist da.

 

 

   

 

10:29 - 21/04/2007 - comments {0}

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Eine Seele,
die durch die Augen zu sprechen vermag,
kann auch mit Blicken küssen.

01:49 - 21/04/2007 - comments {0}

Das Leben



Das Leben

Mein ganzes Leben gehe ich immer ein und die selbe Straße rauf und runter. Jeden Tag, jede Woche, jedes Jahr. Oft denke ich, wie es wäre, mal eine Seitenstraße zu nehmen. Aber meist sind sie dunkel und geheimnisvoll. Es fehlt der Mut die Straße zu verlassen, wo ich doch jeden Zentimeter schon kenne, aber meine Sehnsucht in mir wird immer größer diese Straße zu verlassen.
Was wird mich erwarten, wenn ich einen andern Weg gehe? Je mehr ich darüber nachdenke, um so mehr komme ich zu den Entschluss, dass es auch nicht schlimmer sein kann, als dort wo ich jetzt bin. Mehr lieben, mehr verletzten, als bisher? Meine Zeit wird langsam knapp, also versuche ich es herauszufinden.
Ich werde heute meine Wanderstiefel anziehen, eine Taschenlampe gegen die Finsternis mitnehmen und all meinen Mut zusammennehmen und dann neue Wege beschreiten. Vielleicht treffe ich ja jemanden von euch auf meinen Wegen. Jemand, der auch immer nur die eine Straße entlang geht und den Mut nicht hat, diese zu verlassen.
Zusammen geht es einfacher.
Bis dann!


[Bernd Hoffmann, (*1960) Träumer und Poet]






01:33 - 21/04/2007 - comments {1}

Raindrops







'Raindrops'
ARMOR FOR SLEEP

You appear like raindrops
And leave like you sink through
The streets that you fall on
The cars that slip on you
All of this for just one night

Suffocate me, all you need,
I won’t breathe but it’s okay
You’ll be somewhere around me
And I won’t need air

The clouds will break my house
And throw me from my room
I’ll drown in the rainfall
And float till I find you

You appear like raindrops
And leave like you sink through
The streets that you fall on
The cars that slip on you
All of this for just one night

Suffocate me, all you need,
I won’t breathe but it’s okay
You’ll be somewhere around me
And I won’t need air

And I won’t need air
And I won’t need air
And I won’t need air
And I won’t need air

Suffocate me, all you need,
I won’t breathe but its okay
You’ll be somewhere around me
And I won’t need air

Suffocate me, all you need,
I won’t breathe but its okay
You’ll be somewhere around me
And I won’t need air


02:58 - 16/04/2007 - comments {0}

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Traum vom Leben
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Einst träumte ich den Traum vom Leben,
von schönen Dingen, Nehmen und Geben.
Erfüllt von reiner wahrer Liebe,
die ewig in meinem Herzen bliebe,
würd ich erreichen höhere Ziele,
gesetzt hatte ich mir davon viele.

Es gab ne Zeit da glaubte ich dran,
da kam ich an all das näher ran,
als ich dies Anfangs mir erträumt,
mit Rosen war mein Weg gesäumt.
Ich dacht ich würd auf Wolken schweben,
und das wunderbarste Glück erleben,
ja daran hab ich fest geglaubt,
daß nichts mir je mein Glück mehr raubt.

Doch bald schon kam die Wirklichkeit,
und raubte mir die schöne Zeit.
Ich sollte für mein Glück bezahlen,
zum Ausgleich mich in Kummer aalen.
In Traurigkeit bin ich erwacht,
und seh nur noch das Grau der Nacht.
Einst träumte ich den Traum des Lebens,
doch wer ihn träumt der träumt vergebens!


      

02:57 - 10/04/2007 - comments {0}




Do you know, who's that guy?
He's all alone...
Do you care enough to see ?
He's in pain and misery !

04:28 - 7/04/2007 - comments {0}

...

04:27 - 7/04/2007 - comments {0}

Leave me alone

   



ALL YOU EVER DO IS HURT ME, LEAVE ME ALONE


04:25 - 7/04/2007 - comments {0}

Alone Again





When i wake up, i'm willing to take my chances
on the hope you hate him
You need him
I should be him.

04:15 - 7/04/2007 - comments {0}

all alone






einsam und verlassen verletzt und versetzt nicht berücksichtigt zurückgerufen kein Ton keine Maildung keine Nachricht vergessen unwichtig vernachlässigt nicht nachgefragt unintressant weils grad nicht reinpasst zu wenig Zeit keine Lust schlechte Laune oder ganz wichtiges zu tun ignoriert unbeachtet unzuverlässig sich nicht erinnern verdrängen rausgeschobene Unehrlichkeit

weilmas ja eh vatragt nicht so schlimm is weilmas ja eh vasteht freundschaftlich ohne nachtragend zu sein weilma ja nicht immer Zeit haben kann weils ja jedem mal so geht
oder so irgendwie

04:12 - 7/04/2007 - comments {0}

Das Leben





    × Das Leben ist eine Chance , nutze sie. …
    × Das Leben ist Schönheit , bewundere sie. …
   × Das Leben ist ein Traum , mach daraus Wirklichkeit. …
    × Das Leben ist eine Pflicht , erfülle sie. …
    × Das Leben ist ein Spiel , spiele es. …
    × Das Leben ist ein Reichtum , bewahre ihn. …
    × Das Leben ist Liebe , erfreue dich an ihr. …
    × Das Leben ist ein Rätsel , durchdringe es. …
    × Das Leben ist ein Versprechen , halt es. …
    × Das Leben ist ein Kampf , kämpfe ihn. …
    × Das Leben ist ein Abenteuer , wage es. …
    × Das Leben ist Glück , verdiene es. …
    × Das Leben ist Leben , verteidige es.



10:46 - 6/04/2007 - comments {0}

Die kleine klaustrophobische Weinbergschnecke


Ich erzähle dir jetzt die Geschichte der kleinen klaustrophobischen Weinbergschnecke. Zuerst sollte ich einmal erklären, was „klaustrophobisch“ überhaupt heißt.
„Klaustrophobisch“ bedeutet, dass man ganz viel Angst vor engen Räumen hat und das ist natürlich als Weinbergschnecke, wenn man immer wieder in sein enges Haus kriechen muss, furchtbar unpraktisch.
Diese kleine Weinbergschnecke wusste zuerst noch gar nicht, dass sie Angst vor engen Räumen hatte, also klaustrophobisch war. Sie wusste es nicht, weil sie noch ganz klein und nackt war und noch gar keine Ahnung hatte, dass sie später einmal ihr eigenes Haus tragen würde müssen. Irgendwie kam es ihr schon komisch vor, dass die anderen großen Schnecken immer so ein komisches Ding mit sich herumtrugen aber sie dachte sich weiter nichts dabei.
Dann war es eines Tages so weit. Ihre Mutter-Schnecke sagte zu ihr: „So, nun bist du groß genug. Jetzt kriegst du dein eigenes Haus!“
Zuerst wusste die kleine Schnecke gar nicht, was ihre Mutter damit meinte, aber das wurde ihr schnell klar, als ihre Mutter dann ein Schneckenhaus heranschleppte und zu der kleinen Schnecke sagte: „So, das ist jetzt dein Haus – schlüpf gleich einmal rein, damit wir sehen, ob es auch passt!“
Der kleinen Schnecke wurde auf einmal ganz mulmig zu Mute.
Die kleine Weinbergschnecke betrachtete das Schneckenhaus eine Weile und sagte dann ängstlich: „Da soll ich reinpassen?“
„Aber ja. Das wird dir sicher gefallen. Wenn du in dem Haus bist, kann dir gar nichts mehr passieren. Du brauchst auch keine Angst mehr vor Vögeln zu haben – die können dir da drinnen überhaupt nichts mehr tun!“
Das überzeugte die kleine Schnecke schließlich, denn sie hatte furchtbare Angst vor Vögeln mit ihren großen, spitzen Schnäbeln und ihren scharfen Krallen.
Also schlüpfte sie schnell in das Häuschen.
Es dauerte aber nicht lange, da bekam sie ganz schreckliche Angst. Die kleine Weinbergschnecke glaubte, ersticken zu müssen, wenn sie nicht bald wieder aus dem engen, stickigen Haus kam und sie schlüpfte, so schnell es ging, wieder hinaus.
„Mama, das Haus passt mir nicht – es ist viel zu eng!“, sagte sie zu ihrer Mutter.
„Nein, nein, das stimmt schon so – das gehört so eng.“
„Aber ich habe so furchtbare Angst da drinnen.“, und die kleine Schnecke fing an zu weinen.
„Aber du musst ab jetzt da drinnen bleiben, das ist eben so.“, sagte die Schnecken-Mutter in sanftem, tröstendem Ton.
„Aber ich will nicht!“, rief die kleine Schnecke trotzig und jetzt wurde auch ihre Mutter langsam böse.
„Das hilft alles nichts! Du schlüpfst jetzt wieder in dein Haus und bleibst drinnen – keine Wiederrede mehr!“, rief sie zornig.
Die kleine Schnecke weinte vor lauter Angst aber sie wollte nicht, dass ihre Mutter böse wurde. Also kroch sie langsam wieder zurück in ihr neues Haus.
Sie zitterte und war furchtbar traurig aber sie konnte nicht aus dem Haus, solange ihre Mutter noch da war, sonst hätte sie sicher wieder geschimpft. Also sagte die kleine Schnecke, dass sie schon müde wäre und schlafen wolle und kroch hinter ein großes Blatt, um sich auszuruhen.
In Wirklichkeit war sie aber gar nicht müde – wenn man sich so fürchtete, wie die kleine Schneck, konnte man gar nicht müde sein. Sie hatte das nur gesagt, damit sie in Ruhe wieder aus dem engen Haus kriechen konnte, und das tat sie dann auch, nachdem ihre Mutter verschwunden war.
Die kleine Weinbergschnecke, die so große Angst vor engen Schneckenhäusern hatte, kroch ganz schnell ganz weit weg hinter einen großen Kieselstein, wo sie das Schneckenhäuschen nicht mehr sehen konnte.
Sie zitterte nämlich vor Furcht, wenn sie das kleine, enge Schneckenhaus auch nur von Weitem sah – wenn sie nur daran dachte, wurde der kleinen Schnecke schon richtig schlecht.

So hockte sie eine Weile hinter dem Kieselstein und hatte ein unheimlich schlechtes Gewissen, dass sie so schlimm war und nicht tat, was ihr ihre Mutter sagte.
Aber die kleine Schnecke hielt es einfach nicht aus, in dem winzigen Häuschen mit den finsteren Wänden, die sie von allen Seiten zerdrücken wollten.
Die kleine Weinbergschnecke überlegte, was sie jetzt machen sollte und wurde dabei immer verzweifelter. Zu ihrer Mutter konnte sie nicht kriechen – die würde nur wieder böse werden – und sonst kannte sie niemanden, der ihr helfen konnte.
Die kleine Schnecke dachte noch einige Zeit angestrengt nach und zog dabei vor lauter Aufregung eine lange dicke Schleimspur hinter sich her.
Schließlich wusste sie gar nicht mehr weiter und verkroch sich einfach unter einem großen Stück Baumrinde, damit sie niemand mehr sehen konnte.
„Wenn mich niemand mehr findet, dann ist auch niemand böse, wenn ich nicht in mein Haus krieche.“, dachte sie sich und beschloss, für immer unter dem Stück Baumrinde hocken zu bleiben.
Nach einer Weile schlief die kleine Schnecke ein, weil sie nun doch müde geworden war, von der ganzen Aufregung.
Plötzlich schreckte die kleine Weinbergschnecke hoch – im Laub raschelte etwas. Sie zitterte und fürchtete sich, wie nie zuvor und schlüpfte, so weit es ging, unter die Baumrinde.
Dabei übersah sie aber, dass die Baumrinde anscheinend doch nicht so groß war, wie sie zuerst gedacht hatte, und plötzlich bemerkte sie, dass sie im Laub saß und über ihr gar keine schützende Baumrinde mehr war.
Die kleine, ängstliche Weinbergschnecke saß jetzt im Freien und über ihr funkelten die Sterne am Himmel.

Das Rascheln im Laub kam immer näher und für einen Moment glaubte sie, vor lauter Angst ohnmächtig zu werden. Die kleine Schnecke schloss die Augen, duckte sich und glaubte, im nächsten Moment von einem großen, schrecklichen Vogel gefressen zu wer-den.
Das Rascheln verstummte direkt neben ihr aber statt dem Kreischen eines riesigen Vogels ertönte eine tiefe, freundliche Stimme: „Was machst du denn noch spät ganz alleine hier?“
Die kleine Weinbergschnecke schlug die Augen auf und erkannte neben ihr eine große, orange, ganz nackte Schnecke.
Obwohl es sich bei dem Fremden um keinen gefräßigen Vogel handelte, hatte die kleine Weinbergschnecke trotzdem Angst. Sie hatte Angst vor der großen, orangen Schnecke, weil sie irgendwie gar nicht aussah, wie die anderen Schnecken, die sie kannte und die kleine Schnecke traute sich deswegen auch nicht, etwas zu sagen.
„Was ist denn? Du brauchst doch keine Angst vor mir zu haben!“, sagte die große, orange Schnecke sanft, als sie sah, wie sehr die kleine Weinbergschnecke zitterte.
„Aber, aber... ich kenne dich doch gar nicht... und, und außerdem bin ich ganz alleine und fürchte mich ganz... ganz viel.“, stotterte die kleine Schnecke.
„Keine Sorge, ich tu dir nichts!“, versuchte die große Schnecke die kleine Schnecke zu beruhigen.
„Wieso bist du eigentlich ganz alleine hier draußen?“
Die kleine Schnecke überlegte lange, ob sie der großen Schnecke von ihrem Problem erzählen sollte. Als die große, orange Schnecke ihr aber freundlich zulächelte, erzählte sie ihr, dass sie so furchtbare Angst davor hatte, in ihr neues Haus zu kriechen, und dass ihre Mutter so böse geworden war, und überhaupt, dass ihr gar niemand helfen konnte.
Dann musste die kleine Weinbergschnecke wieder zu weinen an-fangen. Aber die große, orange Schnecke lächelte ihr nur aufmunternd zu und sagte: „Na, wenn das so ist, dann erzähle ich dir jetzt einmal eine Geschichte...“
Die kleine Schnecke wischte sich die Tränen aus den Augen, sah die große, fremde Schnecke erwartungsvoll an und die große Schnecke begann zu erzählen: „Es war einmal eine kleine Schnecke – genauso klein wie du – und soll ich dir was sagen, sie hatte auch so große Angst vor ihrem neuen Schneckenhaus.“
„Wirklich?“, die kleine Schnecke machte ganz große Augen.
„Ja, wirklich. Und weißt du, was sie gemacht hat?“
Die kleine Schnecke schüttelte den Kopf und wartete gespannt, was nun kommen würde.
„Die kleine Schnecke ist ganz einfach nicht in ihr Haus gekrochen – sie ist nackt geblieben.“
„Was? Ganz nackt?“ Ganz verwundert blickte die kleine Weinbergschnecke die große, orange Nacktschnecke an.
„Ja, ganz nackt.“
„Hat sie denn gar keine Angst vor den großen, unheimlichen Vögeln gehabt?“
„Am Anfang schon, aber von der Sonne ist sie mit der Zeit so oran-ge geworden, dass sich gar kein Vogel mehr getraut hat, sie aufzupicken.“
Die kleine Schnecke war so verblüfft über die Geschichte der großen, orangen Schnecke, dass sie für einen Moment ganz sprachlos war.
„Soll ich dir sagen, wer diese kleine, mutige Schnecke war?“
Hastig nickte die kleine Schnecke mit dem Kopf.
„Das war ich.“
„Was, wirklich?“
Die große, orange Nacktschnecke nickte.
„Wirklich, wirklich?“, fragte die kleine Schnecke noch einmal ganz verwundert.
„Ja, wirklich, wirklich.“
Die kleine Weinbergschnecke kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
„Seither krieche ich ganz nackt herum und fühle mich dabei pudelwohl.“
Die kleine Weinbergschnecke wusste zwar nicht, was „pudelwohl“ heißen sollte, weil sie gar nicht wusste, was ein Pudel war, aber sie konnte sich vorstellen, dass es der großen, orangen Schnecke sehr gut ging – ohne Haus.
„Am Anfang sind zwar alle furchtbar erschrocken, weil ich auf einmal eine Nacktschnecke wurde, aber sie haben sich schnell daran gewöhnt. Du wirst sehen, auch wenn du kein Haus tragen willst, kannst du trotzdem glücklich werden – so glücklich wie ich.“, und damit verabschiedete sich die große Nacktschnecke von der kleinen Weinbergschnecke und verschwand wieder raschelnd im Laub.

Durch die Geschichte der orangen Nacktschnecke wurde die kleine Weinbergschnecke auf einmal viel mutiger und sie traute sich, zu ihrer Mutter zu kriechen.
Die kleine Schnecke sagte der Schnecken-Mutter, dass sie das fürchterliche, enge Häuschen nicht tragen wolle, und sie erzählte ihr auch die Geschichte der großen, orangen Nacktschnecke.
Am Anfang erschrak die Schnecken-Mutter schon sehr aber allmählich gewöhnte sie sich daran, dass ihr Kind von jetzt ab immer ganz nackt herumkroch. Mit der Zeit gefiel ihr sogar die leuchtend orange Farbe der kleinen Weinbergschnecke, die ja jetzt gar keine Weinbergschnecke mehr war, sondern eine Nacktschnecke.
Und es kam wirklich so, wie die große, orange Nacktschnecke gesagt hatte – die kleine Schnecke wurde wirklich furchtbar glücklich.

Also, falls du einmal ein leeres Weinbergschneckenhaus findest, brauchst du nicht glauben, dass sie Schnecke darin etwa gestorben wäre. Nein, das Häuschen hat sicher einmal einer kleinen klaustrophobischen Schnecke gehört, die sich einfach dazu entschlossen hat, lieber nackt herumzukriechen.
Deshalb gibt es auch heute noch Schnecken, die Häuser auf ihrem Rücken tragen und Schnecken, die ganz nackt sind.
Und ich bin mir sicher, dass jede einzelne dieser Schnecken zufrieden und glücklich ist – ganz egal, ob nackt oder nicht...

02:18 - 28/03/2007 - comments {0}

Das Märchen von der traurigen Traurigkeit.rtf

 Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Laecheln hatte den frischen Glanz eines unbekuemmerten Maedchens. Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen.

Das Wesen, das da im Staub auf dem Wege sass, schien fast koerperlos. Sie erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bueckte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?"

Zwei fast leblose Augen blickten muede auf. "Ich? Ich bin die
Traurigkeit", fluesterte die Stimme stockend und leise, dass sie kaum zu hoeren war.

"Ach, die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als wuerde sie eine alte Bekannte gruessen.

"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch.

"Natuerlich kenne ich dich! Immer wieder hast du mich ein Stueck des Weges begleitet."

"Ja, aber...", argwoehnte die Traurigkeit, "warum fluechtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"

"Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weisst doch selbst nur zu gut, dass du jeden Fluechtling einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"

"Ich... bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit bruechiger Stimme.

"Die kleine alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also", sagte
sie und nickte verstaendnisvoll mit dem Kopf. "Erzaehl mir doch, was dich so bedrueckt."

Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhoeren wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewuenscht. "Ach, weisst du", begann sie zoegernd und aeusserst verwundert, "es ist so, dass mich
einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und fuer eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurueck. Sie fuerchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest."

Die Traurigkeit schluckte schwer. "Sie haben Saetze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen fuehrt zu Magenkraempfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreissen. Und spueren das Reissen in den
Schultern und im Ruecken. Sie sagen: Nur Schwaechlinge weinen. Und die aufgestauten Traenen sprengen fast ihre Koepfe. Oder aber sie betaeuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fuehlen muessen."

"Oh ja", bestaetigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet." Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, koennen sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders duenne Haut. Manches Leid bricht wieder auf, wie eine schlecht verheilte
Wunde, und das tut sehr weh.

Aber nur, wer die Trauer zulaesst und all die ungeweinten Traenen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen ueber ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu." Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann staerker und schliesslich ganz verzweifelt.

Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt troestend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfuehlte, dachte sie und streichelte zaertlich das zitternde Buendel. "Weine nur, Traurigkeit", fluesterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt."

Die Traurigkeit hoerte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und
betrachtete erstaunt ihre neue Gefaehrtin: "Aber ... aber - wer bist
eigentlich du?"

"Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann laechelte sie wieder so unbekuemmert wie ein kleines Maedchen. "Ich bin die Hoffnung."

02:12 - 28/03/2007 - comments {0}

der engel der ein mensch werden wollte



Es war einmal ein kleiner Engel im Himmel, der die Menschen mit solcher Nähe und Zärtlichkeit begleitete, dass er den unwiderstehlichen Wunsch empfand, nicht nur mit den Flügeln über die Erde zu schweben und schützend die Menschen zu achten, sondern er wollte selbst auf ihren Straßen und Wegen gehen, einer von ihnen werden. Eines Tages sah er auf der Erde eine eben erblühende Mohnblume. Da schien es dem kleinen Engel als habe er im Himmel noch nie ein solches Rot empfunden, und seine Sehnsucht, zur Erde zu gehören, wuchs. So trat er vor Gottes Angesicht und bat: "Lass mich auf die Erde, lass mich ein Mensch unter Menschen werden." Da trat ein erhabener, weiser Engel dazu und sagte: "Weißt du auch, dass es auf Erde nicht nur Sonne und Blumen gibt? Es gibt Stürme und Unwetter und allerlei Ungemütliches." "Ja", erwiderte der kleine Engel, "das weiß ich. Doch sah ich auch einen Menschen, der hatte die Kraft, einen großen Schirm aufzuspannen, so dass zwei Menschen darunter Platz hatten. Es schien mir, den beiden könnte kein Unwetter etwas anhaben." Da lächelte Gott dem kleinen Engel zu.
Die Zeit verging, und eines Tages erschien der kleine Engel wieder vor Gottes Angesicht und sprach: "Ich habe mir noch mehr angesehen von der Welt. Es zieht mich mehr und mehr hinunter." Da trat der erhabene, weise Engel wieder hinzu und entgegnete: "Weißt du auch, dass es Nebel und Frost und eine Menge verschiedener Arten von Glatteis gibt auf der Welt?" Da antwortete der kleine Engel: "Ja, ich weiß um manche Gefahren, doch sah ich auch Menschen, die teilten ihre warmen Mäntel. Und andere Menschen, die gingen bei Glatteis Arm in Arm." Da lächelte Gott dem kleinen Engel erneut zu. Als wieder einige Zeit vergangen war, trat der kleine Engel zum dritten Mal vor Gottes Angesicht und bat: "Lass mich ein Mensch werden. So rot blüht der Mohn auf der Erde. Mein Herz ist voll Sehnsucht, etwas zu diesem Blühen beizutragen." Da trat der erhabene, weise Engel ganz nah zu dem kleinen Engel und fragte mit ernster Stimme: "Hast du wirklich genug hinab gesehen, das Leid und das Elend geschaut, die Tränen und Ängste, die Krankheiten, Sünden und den Tod geschaut?" Mit fester Stimme erwiderte der kleine Engel: "Wohl habe ich auch das Düstere, Traurige und Schreckliche gesehen. Doch ich sah auch einen Menschen, der trocknete einem anderen die Tränen, der vergab einem Schuldigen und der reichte einem Sterbenden die Hand. Ich sah eine Mutter, die wiegte ihr krankes, ausgemergeltes Kind durch viele Nächte und wurde nicht müde, die alte leise Melodie der Hoffnung zu summen. Solch ein Mensch möchte ich werden." Da trat der erhabene weise Engel zurück und Gott schenkte dem kleinen Engel seinen Segen und gab ihm viel Himmelslicht mit auf die lange Reise. Bevor der kleine Engel zur Erde stieg, nahm ihm der erhabene, weise Engel einen Flügel ab, und der andere Flügel wurde unsichtbar. Da fragte der kleine Engel: "Mein Gott, wie soll ich vorwärts kommen und wie zurückfinden ohne Flügel?" "Das herauszufinden wird deine Lebensaufgabe sein", hörte er Gottes Stimme zärtlich sagen. In dieser Nacht kam ein kleines Kind zur Welt. Seine Mutter, noch vor Schmerz und Anstrengung betäubt, nahm das Kind in die Arme, sah das Himmelslicht wie einen Lockenkranz um das Köpfchen des Kindes leichten und flüsterte: "Sei willkommen unter uns, mein kleiner Engel." Noch lange sah man das Himmelslicht um das Kind. Doch wie das Leben so ist, es beschmutzt auch die reinsten, hellsten Lichter All die vielen Einflüsse, die Härte und der Kampf taten ein Übriges - bald sah niemand mehr, dass der Mensch himmlisches Licht in sich trug. Zwar machte sich der unsichtbare Flügel hier und da bemerkbar. Doch was bei dem Kind als träumerischer, schwebender Schritt wahrgenommen wurde, das wirkte bei dem Heranwachsenden eher als unsicheres Schwanken und beim Erwachsenen dann nur noch als Hinken und Stolpern. Je länger der Mensch, der einst ein Engel gewesen war, auf den staubigen und steinigen Wegen des Lebens ging, die mühsamen Treppen bestieg, die steil abfallenden, dornigen Hänge hinunterstrauchelte, desto mehr hatte er vergessen, woher er kam und weshalb er hier wanderte. Einzig die große Liebe zu den kleinen roten Mohnblumen, die an Wegrändern und Magerwiesen blühten, war ihm geblieben. Viel Leidvolles begegnete dem Menschen auf seinem Lebensweg. Zwar konnte er manchmal eine Träne trocknen, zwar reichte er ab und zu einem schwankenden Mitmenschen die Hand, zwar brach er zuweilen sein Brot mit einem Hungernden, doch die meisten Rätsel blieben, und er merkte mehr und mehr, wie wenig er
tun konnte und wie viel er unerledigt zurücklassen musste. Seine Kraft reichte nur für ganz wenig, und oft schien es ihm, als bewirkte sein Leben nichts.
Jeden Frühling aber blühte neuer Mohn an den Straßenrändern und erfreute des Menschen Herz. Nach einem besonders langen, kalten Winter, in dem der Mensch kaum genug Wärme und Schutzraum und Nahrung, Freundschaft und Brot gefunden hatte, konnte er sich nur noch langsam und mühsam fortbewegen. Er musste viele Pausen machen und schlief oft vor Erschöpfung am Wegrand ein. Da erblickte er weit über sich auf einem unerreichbar hohen Felsen eine kleine Wiese voll roten Mohns. Der Mensch rieb sich die Augen. So rot, so rot erblühte der Mohn. Beim Anblick dieser Blumen wünschte er so sehr, dass er allen Menschen, denen er begegnete, und allen Tieren, die um ihn waren, eine solche Blume und ein klares, inniges Rot als Zeichen der Liebe schenken dürfte. Da bemerkte er neben sich einen Wanderer, genauso müde, genauso gezeichnet von der langen Straße wie er. "Wohin schaust du so voller Sehnsucht und voller Wehmut?" fragte dieser. "Dort auf die Mohnblüten. So müsste die Farbe unserer Liebe sein." "Weißt du denn nicht, wie schnell diese Art Blumen welken, wie verwundbar sie sind?" kam die Frage des Wanderers. Der Mensch, der einst ein Engel gewesen war, flüsterte: "Ich weiß um ihre Sterblichkeit. Trotzdem ist kein roteres Rot in der Welt und in meinem Herzen. Diese Blumen sind wie die Liebe, mag das Äußere auch verwelken, ihr Rot bleibt in der Seele." Da schaute sich die beiden Menschen ins Gesicht und erkannten den letzten Funken Himmelslicht in den Augen des anderen. Sie sahen, woher sie kamen, wozu sie gewandert waren und wohin sie noch unterwegs waren. Und sie sahen an sich jeweils einen Flügel. Voller Freude umarmten sie sich. Da geschah das Wunder. Sie erreichten das Mohnfeld, gemeinsam konnten sie fliegen, denn... Menschen sind Engel mit nur einem Flügel - wenn sie ihr Ziel erreichen wollen und fliegen, müssen sie einander umarmen. Zu dieser Stunde sagte Gott im Himmel: "Du hast herausgefunden, wozu du unterwegs warst und ich dich aussandte. Dein Mohn blüht jetzt im Himmel, komm heim!“


(ich finde diese 'kitschigen' Geschichten irgendwie grad schön..)

02:10 - 28/03/2007 - comments {0}

Etwas von Traurigkeit...

Es gibt so viele Schicksale, die den Menschenbekannt sind. Es gibt so viele ergreifende Schicksale. Doch gibt eswenige Schicksale, die einem die Tränen in die Augen treiben. Sie sindsicherlich traurig und rührend, aber nur in wenigen steckt die Tragik,die ein bestimmtes Schicksal nicht vergessen lassen werden. Vielleichtverblasst es in den Erinnerungen, die es tragen, aber vergessen wird esnie. Viele beschreiben es als tieftraurig oder furchtbar, weil viel zuwenige das Schöne dahinter sehen. Einfach weil es zwischen den Zeilenlag. Offensichtlich und doch von wenigen erkannt. Ein Fakt, der nichtdarzulegen war und doch ein Fakt blieb. Aber ich habe ihn erkannt undso muss ich diesem Schicksal zwiespältig gegenüberstehen. Wenn ich andiesem Ort stehe, die Landschaft in sanftem Abendrot getaucht und derWind weht, kann ich ihre Stimmen hören. Liebkosende Worte gleich einemunberührten Liebesakt. Flüsternd. Lieblich. Manchmal glaube ich, siesprechen zu mir. Ein zufriedener Ton liegt darin. Und ich muss lächeln,möchte morden, will auslöschen, spüre ein Stück von dem, was wohl dieAbsolution sein mag. Obgleich meine Augen vor lauter Flüssigkeitschimmern.

02:08 - 28/03/2007 - comments {0}

FRiENDS

08:42 - 21/03/2007 - comments {0}

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